Newsletter 2022 № 3 

Die Herausforderung des Raumes ins Nichts

In Matthias Göritz' Gedichtband «Spools» findet sich diese Gedichtzeile: «Meer: Die Herausforderung des Raumes ins Nichts / ...»  Was diese wunderbare Zeile für mich genau bedeutet, fällt mir schwer zu sagen. Deshalb malte ich sie. Die Titel der beiden Gemälde - Varianten derselben Szenerie - verweisen auf die Inspirationsquelle.

"Meer: Die Herausforderung des Raumes ins Nichts" (I) 
(2022; 50 cm x 40 cm)

"Meer: Die Herausforderung des Raumes ins Nichts" (II) 
(2022; 50 cm x 40 cm)

 Gecko

Geckos gehören zu den ältesten Tieren der Welt. Seit etwa 50 Millionen Jahren leben sie auf der Erde. Geckos sind Bewegungskünstler. Mithilfe von Haftlamellen können sie sogar an Glasscheiben hochlaufen. Schwierig wird's allerdings auch für Geckos auf glühend-infernalem Grund. Die Symbolik des Bildes liegt (allzu deutlich, dessen bin ich mir vollends bewusst) auf der Hand.

 
Das Bild liegt als Fotoprint in der Dimension 60 cm x 60 cm vor.

Existence on difficult ground  (2022; 60 cm x 60 cm; Fotoprint)

Der Krieg soll verflucht sein

Studie in Blau und Gelb. Der Krieg soll verflucht sein. (Mutter Courage) 

(2022; 60 cm x 80 cm)

Komet

Zerstörerisch wirkt nicht nur der Mensch, sondern auch die Natur selbst.
 
 Vor etwa 1700 Jahren schufen die Menschen im heutigen Südwesten von Ohio ein riesiges, in die Erdoberfläche eingearbeitetes Bild von dem, was sie voller Entsetzen gesehen hatten: einen rasenden, Verwüstung bringenden Kometen.
 
 «Überall, wo wir gegraben haben, haben wir verbrannte Erde gefunden, die durch das Feuer verfestigt wurde. Wir haben auch verbrannte Dörfer gefunden», wird der Anthropologe Kenneth Tankersley zu seinen Forschungen und Ausgrabungen vor Ort in einem Zeitungsartikel zitiert. «Die Ottawa sprechen von einem Tag, an dem die Sonne vom Himmel fiel»,  sagt Tankersley, der sich auf einen Volksstamm aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten und dem Südosten Kanadas bezieht.
 
 Im dritten oder vierten Jahrhundert stürzte ein Teil eines vorbeiziehenden Kometen in die Atmosphäre, wo seine gefrorenen Gase explodierten und Trümmer auf die Erdoberfläche niederfielen. 1823 erstellte Isaac Robendeau vom «U. S. Army Corps of Engineers» eine Karte des eingangs erwähnten kometenähnlichen Erdwalls resp. der gesamten Anlage. Der Kometen-Schweif weist gemäss dieser Karte eine Länge von rund 800 m auf.

 Karte (Ausschnitt) von  Isaac Robendeau (1823)

Die Karten-Skizze ist Grundlage meines Bildes «Als die Sonne vom Himmel fiel». Die zerstörerische Wirkung des Kometen-Ereignisses vor 1700 Jahren findet Ausdruck im feuerfarben-unruhigen Bild-Grund.
 
Link zum Artikel: https://www.washingtonpost.com/history/2022/02/04/comet-native-american-exploding-burst-hopewell-ohio-air/ 

 Als die Sonne vom Himmel fiel 

(2022; 30 cm x 40 cm)

 Licht. Raum

Die Künstlerin Mary Early kreiert Installationen aus Bienenwachs-Streifen. Mich erinnern diese Streifen in einigen Installationen an Lichtröhren. In meinem Bild «Licht & Raum» wird diese Assoziation malerisch gefasst. In den «Lichtkörpern» ist die Farbe weiss omnipräsent, was - auf schwarzem Grund - zur kühlen Wirkung des Gemäldes führt.

Licht & Raum (I)

(2022; 30 cm x 40 cm)

 Bloom

Vielleicht erinnert sich jemand ans Bild «Bloom» zurück. Solcherlei Wimmelbilder haben es mir in ihrer verschwenderischen Opulenz schon immer sehr angetan. Mit dem Bild «Bloom II» - 80 cm x 80 cm, üppig dimensioniert - stürzte ich mich nochmals so richtig  (farb)tief in die Wimmelei. 

mat. bei der Arbeit

Studie zu Bloom II im Format 30 cm x 40 cm

Bloom II

(2022; 80 cm x 80 cm)

 Schilfrohr - Mittel und Zweck

Die schilfrohrartigen Gräser, mit welchen ich das Bild «Bloom» malte, werden in diesem Werk zum Kunstobjekt selbst. Je nach Lichtverhältnissen verändert sich das Schattenspiel.  Das Bild ist mein - im wahrsten Sinne des Wortes - gewichtigstes. Es bringt knapp 7 kg auf die Waage - und natürlich gilt auch in der Kunst: Gewicht ist von Gewicht. Die physische Schwere kontrastiert in meinen Augen mit einer gewissen optischen Leichtigkeit: Ich zumindest spüre beim Anblick des Bildes, wie Wind und Licht durchs Schilfrohr streifen.

Structure tubulaire en blanc

(2022; 80 cm x 80 cm)